Bevor ich gestern abend zum Schlafen in den Koje verschwand, ich glaube, es war so zwölf halb eins, gab es (wiedermal muss man sagen) einen wunderschönen Sonnenuntergang zu bestaunen.
Ich musste dazu nicht mal mein Cockpit verlassen. Ich saß da und knippste Fotos.
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Die Nacht war etwas unruhig. Starkwind und Regen in den frühen Morgenstunden. Aber das war ja angesagt. Gleich soll nochmal eine Regenfront durchziehen. Die warte ich noch ab und dann geht es los. Richtung Umea. Aufgrund des Windes ist eine südlichere Position leider nicht gut machbar und es ist auch die kürzeste Strecke rüber.
Umea spricht man übrigens so: Üümeo mit der Betonung auf dem Ü. Über dem A ist auch noch so ein Kringel, den ich aber meiner Tastatur nicht entlocken konnte.
Dies hat mir unsere Fremdenführerin erzählt, die schwedisch sprachige Finnin war. Dazu kann ich noch was erzählen: Was ich nicht wusste, Finnland ist quasi ein zweisprachiges Land. Finnisch und Schwedisch. Und interessant ist, je nachdem, welche Einwohnergruppe in einer Stadt in der Mehrheit ist, wird in der Stadt oder dem Dorf die Erstsprache Finnisch oder Schwedisch. Sehen kann man das immer gut an der Straßenbezeichnung. Ist die Stadt Schwedisch, dann stehen die schwedischen Namen oben und die finnischen Namen unten beziehungsweise umgekehrt, wenn die finnisch sprechenden Menschen in der Mehrheit sind.
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So, und dann ist bemerkenswert, dass sich dies ändern kann. Denn jeweils am Ende eines Jahres wird geschaut, wie das Verhältnis aussieht. Hat es sich verändert, kann eine Stadt, die in diesem Jahr noch schwedisch als Erstsprache hatte, dann finnisch als Erstsprache bekommen.
Wie die das dann mit den Straßensachildern machen…kommt mir gerade in den Sinn…müssten dann ja alle ausgetauscht werden….naja….aber es muss stimmen, so hat Mona, die Fremdenführerin es jedenfalls erzählt. Märchen wird die einem ja wohl nicht erzählt haben….nee… aber so wie die geplappert hat….nunja….

Jetzt wollte ich aber ja von meinem Sonntagmorgen berichten.
Beziehungsweise von meinem Sonntagsmorgenfrühstück,welches ich ausgiebig genossen habe.
Dieser hier begrüßte mich heute morgen freundlich:

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Ich erzählte bereits, dass ich meine Ernährung umgestellt habe und nun morgens diesen finnischen Haferbrei esse. (Haferschleim möchte ich dann doch nicht schreiben, obwohl das wohl eher zutreffen würde…;) Heute habe ich dem ganzen vorerst die Krone aufgesetzt: Ich verfeinerte alles mit den frischesten Blaubeeren, die man bekommen kann.
Dazu kramte ich meine Machete hervor, schlug mir eine Schneise in den Urwald dieser Insel und sammelte in mühseliger Kleinstarbeit eine schwierigst zu findene Beere nach der anderen ein.
Nein.
Ganz so dramatisch war es nicht. Eher genau das Gegenteil. Ich stieg auf den Steg, lief ein paar Schritte, ich glaube es waren nicht mehr als 20 und hatte in weniger als fünf Minuten ein ganzes Glas gefüllt mit den blauen Beeren. Hach…so einfach kann das Gute sein.
Beweisfoto:
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Danach gab es noch ein Fladenbrot mit Nutella und dazu einen leckeren Tee. Perfekt.
Jetzt warte ich den Regen ab und dann möchte ich die Segel hissen.
Hoffentlich wird es eine schöne Überfahrt mit wenig Wellen von der Seite, die mag ich nämlich nicht so gerne.

Gestern habe ich übrigens auch die untere der beiden Peilmarken entdeckt, die ich auf der Anfahrt hierher so vermisst habe. (Die obere war irgendwo im Wald verschwunden…hm)
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Kommentare

Ein Sonntagmorgen in Klubbskat… — 2 Kommentare

    • Hallo Lucky,

      ich glaube, die Höga Kusten beginnt in Örnsköldskvik. Noch sind die Berge hier nicht sehr hoch. Ich denke, das wird noch beeindruckender. Mal sehen, ich taste mich langsam voran, denn ich glaube, die nächsten Tage ist Südwind angesagt. Passt ja hervorragend….;)

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