So, …ich kann wieder berichten:
Ich habe drei Traumsegeltage hinter mir!

Von Loftahammar ging es erstmal weiter nach Fyrudden. In Loftahammar lag ich neben den zwei deutschen Booten (Markus+Bernadett aus Dresden und Willi+Ilona aus Maasholm). Wir haben abends gegrillt und dabei überlegt, uns für den nächsten Tag einen schönen Ankerplatz zu suchen. Auf den Seekarten wimmelt es von kleinen Buchten und schnell hatten wir eine gefunden. Am nächsten Tag suchte sich jeder seinen Weg dorthin. Ich bin mit meinem kleinen Boot in der Regel nicht so schnell und bummelte auch ein wenig herum. Zwischendurch war auch nicht mehr viel Wind und ich setze im offeneren Gewässer den Gennaker. Dann kam plötzlich ein Funkspruch herein. Willi und Ilona waren schon an der Bucht und meinten, der Wind würde dort mit teilweise um die 18 Knoten reinpfeifen und der Platz würde für 3 Boote nicht ausreichen. Also nix mit ankern. Als Alternative hatten wir Fyrudden als Hafen vereinbart. Für mich war dies gut, denn nun hatte ich es nicht mehr weit. Ich nahm ganz mutig mal eine Abkürzung und benutzte nicht das meistens gut betonnte Fahrwasser. Es lief alles glatt und so erreichte ich auch bald den Hafen. Fyrudden liegt in einer Wahnsinns-Schärenlandschaft. Es ist einfach unfassbar, wieviele Inseln und Felsen es hier gibt. Die Eindrücke, die ich bekomme, sind schwer in Worte zu fassen. Es ist unglaublich schön hier: das Licht, das blaue Wasser, die glatten grauen Felsen, die grünen Bäume, die Sonne, der Wind….einfach toll. Und wenn man dann das Boot unter Segeln durch die Inseln hindurchsteuert und mit 4-6 Knoten wie ein Skifahrer durch die Stangen hindurchkurvt, dann ist das ein irres Gefühl. Aber wie gesagt: Aufpassen muss man und auf der Karte immer genau wissen, wo man ist. Zwischendurch ist es mir auch mal passiert, dass ich kurz die Orientierung verloren habe und dann bekommt man schon ein mulmiges Gefühl. Muss ich jetzt rechts oder links an der roten Stange da vor mir vorbei? Und wo ist diese grüne Tonne, die ich hier auf der Seekarte habe und die ich unbedingt an Steuerbord liegen lassen muss? Puh, das ist machnmal ganz schön kniffelig … 🙂
Von Fyrudden ging es dann gestern in einen kleinen einsamen Naturhafen (nur ein Steg in einer geschützen Bucht) auf Broken. Die Fahrt dorhin hat nochmal alles bisher gesehene und erlebte übertroffen und der Liegeplatz selbst war ein Traum. Absolut friedlich, einsam und still. Auch habe ich dort zum ersten Mal mit dem Heckanker angelegt. Ist gar nicht so schwierig wie gedacht. Ich hatte aber auch Glück und konnte genau zum Steg gegen den Wind anlegen.
Ja, und dann kam noch ein dritter super Segeltag dazu: der heutige Tag hat mich nach Nynäshamn gebracht. Auch wieder eine unbeschreiblich schöne kurvige abwechslungsreiche Fahrt durch die Schären.
Ein Traumsegelrevier!
Leider ist der Ort und der Hafen Nynäshamn nicht so besonders schön.
Und ca. 3 sm vor der Ankunft sah man schon von Westen ein Gewitter aufziehen. Die heftigen Regenschauer haben mich noch vor der Hafeneinfahrt erwischt, als Blitz und Donner dazukamen, lag ich aber im Hafen schon fest. Nochmal Glück gehabt…

Apropos Glück:
Mit dem Wetter hatte ich bisher ja sehr viel Glück. Heute hat es seit Stralsund das erste mal wieder richtig geregnet. Sonst war fast immer super Wetter mit Sonne und blauem Himmel.
Nicht so viel Glück hatte ich da leider heute abend mit meinem Heckanker. Der war von seiner ersten Ankernacht so richtig schön mit festem Modder besudelt auf mein Boot zurückgekehrt und wollte von mir gewaschen werden. Ich schleppte den also nach vorne und wollte ihn ganz elegant von oben vom Boot auf den Steg unten legen… ja, und was macht das blöde Ding? Kippt einfach von der Stegkante, plumps, runter ins Wasser. Uuups… weg war er. Da hab ich natürlich erstmal ziemlich blöd aus der Wäsche geschaut. Naja, hab ich gedacht, hier ist ja jeder Hafen höchstens 2,5 m tief, da muss ich dann mal tauchen gehen. Aber nachdem der Tiefenmesser mir unglaubliche 7,3 m anzeigte, wusste ich dann nichts mehr zu sagen. Hm…jetzt muss ich morgen erstmal los, mir einen neuen Anker besorgen. (So ein Mist…)

Fazit: 99 Seemeilen (79 unter Segel, 20 unter Motor)
Gesamt: 597 sm

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Am schwedischen Feiertag waren einige Boote unterwegs..

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unter anderem auch…dieses hier: eine Robbe…

 

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Broken…sehr sehr idyllisch

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Die berühmte grüne Tonne mit der goldenen Krone…

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Da zieht das Gewitter auf kurz vor Nynäshamn…

 

Unterwegs…

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Kommentare

Über Fyrudden und Broken nach Nynäshamn… — 2 Kommentare

  1. Das hört sich ja toll an! Wenn man es nicht selbst erlebt hat, ist es schwer sich vorzustellen…vor allen Dingen was das Segeln betrifft☺
    weiterhin gute Fahrt und pass auf dich auf, ja?
    glg

  2. Hört sich nach einfach tollen Segelerlebnissen an.
    Toll:))) und ich mag es nochmal sagen: Respekt Tanja, wie du alles alleine meisters, voll cool:))))

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