Raus aus der Großstadt, wieder rein in die Schären. Ich war so froh, also ich heute morgen die Segel wieder setzen konnte und das Boot nur unter leisem Gluckern des Wassers kleine Pfade zog.
Es war relativ starker Süd-/Südwest-Wind angesagt und ich machte mich auf Richtung Norden in die westschwedischen Schären, die nördlich von Göteborg erst so richtig beginnen.
Es war ein unglaublich schöner Segeltag und ich bin wieder einmal von der grandiosen Natur hier oben überwätigt. Heute gab es was ganz neues zu sehen. Die Schären hier sind so ganz anders als die an der Ostküste. Aber nicht weniger beeindruckend. Die Felsen sehr karg mit sehr wenig Bewuchs. Alles wirkt wilder und rauher, teilweise wie in einer Mondlandschaft. Und ein bisschen unheimlich fand ich es irgendwie. Zwischenzeitlich hatte ich die ganz geschützen Fahrwasser mal verlassen und bin ein paar Meilen etwas raus gefahren. Die Wellen schlugen dort heftig gegen die Felsen und irgendwie fühlte ich mich sehr alleine in dem ganzen Getöse und den kantigen nackten Steine. Ich bin dann wieder rein zwischen die Inseln und hatte dort kaum mehr Welle. Der Wind frischte im Laufe des Tages deutlich auf und kam später direkt aus Süd. Flott war ich damit unterwegs.
Ich fuhr durch wunderschöne enge Sunde und Fahrwasser und konnte überall problemlos hindurchsegeln. Einfach wunderbar war das! Einzig im kurzen Albrektssunds Kanal, der mich zum schönen Städtchen Marstall, führte, ließ ich den Motor mitlaufen. Hohe Felswände und eine enge Schlucht schirmten den Wind zu sehr ab. Danach folgte ein buntes Fischerdörfchen aufs nächste und ein wunderschöner Sund auf den anderen. Herrliches, faszinierendes Segeln.

 

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Marstall.                                                                                          Grundsund (mein Liegeplatz):
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Und heute habe ich auch sehr viele Robben oder Sehhunde gesehen, die überall auf den Felsen herumlungerten. 😉
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Die Natur hat mich also wieder oder ich sie, nachdem ich ja zwei Tage in Göteborg gewesen bin.
Die Schleusen und Brücken des Trollhättan-Kanals hatte ich erfolgreich hinter mich gebracht, und so bin ich geradewegs in Göteborgs citynächstem Sportboothafen eingelaufen. Der Hafen „Lilla Bommens“ liegt direkt links hinter der letzten Eisebahnbrücke und direkt im Zentrum neben der Oper. Die Lage ist wirklich super; man geht vom Steg über die Straße und ist dann quasi in der Fußgängerzone. Sehr praktisch. Ich kannte die Stadt ja noch nicht und mir hat sie sehr gut gefallen. Ich fand sie unheimlich lebendig und ein wenig haben mich einige Ecken an Hamburg erinnert.
Auf dem Weg nach Göteborg, an der letzten Schleuse, habe ich eine sehr nette Chartercrew kennengelernt, von denen einige sogar aus meiner Heimat (Münsterland) stammten. Wir waren abends zusammen Essen und haben das ein und andere lustige und interessante Gespräch gehabt. Eine schöne und willkommene Abwechslung, da ich sonst ja nur mit dem Wind und den Vögeln und mit mir selbst und natürlich mit dem Henry rede……. 🙂

Fazit: 83 Seemeilen (40 unter Segel, 43 unter Motor)
Gesamt: 2302 sm


Kommentare

Über Göteborg nach Grundsund… — 5 Kommentare

  1. Danke für die nette Erwähnung 🙂 Marius und ich sind heute nach der Rückfahrt mit der Fähre in Münster angekommen! Werde deine Reise weiter verfolgen! Viel Spaß!

    • Danke!
      Freut mich, dass ihr gut zu Hause angekommen seid. Wie ging es denn mit den anderen weiter?
      Sind alle am nächsten Tag mit dem Schiff nach Kiel aufgebrochen? Nonstop oder doch mit einer Übernachtung im Hafen?

    • Oslo lockt, ja.
      Aber wohl nicht mehr dieses Jahr.
      Ich möchte in die norwegischen Gewässer hineinschuppern und dann zurücksegeln entweder über Skagen oder Laeso oder die schwedische Küste hinunter.
      Mal sehen, was das Wetter bestimmt… 😉

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