Von einem alten Fischerdorf zum nächsten.
Nach einem schönen Segeltag gestern, wollte ich eigentlich in einer schönen Bucht ankern, aber ich habe keine geeignete gefunden bzw. waren diese schon besetzt. Für die Nacht waren 6 bft angesagt, da musste die Bucht geschützt, der Grund besonders gut und es nicht zu voll sein. Dies alles fand ich hier in der Gegend nicht und so gab ich die Suche nachmittags etwas enttäuscht auf und bin ich Hölick gelandet.
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Ein kleiner Hafen ohne Versorgung, aber um die Ecke gibt es zwei tolle Sandstrände. Mit richtig feinem Sandstrand, wie an der Ostsee. Haha… ich bin ja hier auch an der Ostsee, aber ich meine, wie man es von der deutschen Küste kennt, mit Dünen etc. Hier sind Sandstrände ja eher rar. Ein kleiner Weg am Wasser entlang durch die Steine führt dorthin:
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Dies habe ich erst beim Näherranfahren und dann beim Gegend erkunden am Abend bemerkt.
Heute bleibe ich hier, weil wieder Starkwind aus Süd angesagt ist. Ab mittags baut sich immer eine unangenehme Welle auf, die beim Kreuzen wirklich blöd ist. Dies ist schon seit den letzten 3-4 Tagen so.
Nun ja, so kümmere ich mich etwas ums Boot und lege mich heute an den Strand. Auch mal schön.
Wäre super, wenn einer mal den Wind für die nächsten Tage auf West oder Ost oder Nord drehen könnte. Vielleicht bekommt das jemand hin …. 😉

Was ist sonst so passiert?
Auf dem Weg nach Hölick habe ich eine Robbe gesehen, die vor meinem Bug ihren grauen Kopf mit den lustigen Schnurrbarthaaren aus dem Wasser reckte. Hübsch. Leider war ich mit dem Fotografieren zu langsam. Schade.
Sie sah aber ungefähr so aus:
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Dann habe ich in Mellanfjärden mal zur Abwechslung eine tolle Show geboten. Hier vor dem Anlegesteg war das, als alle Leute dort draußen auf ihren Booten oder im Cafe saßen. Super.
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Szenerie hätte nicht besser sein können.
Das ganze ging so:
Kleiner Anlegesteg. Heckbojen. Als ich anfahre, sieht alles schon ziemlich voll aus. Ganz rechts ist noch eine Boje frei, so scheint mir, ziemlich weit weg vom Steg, aber die müsste gehen. Starker Wind von rechts hinten. Auch absolut ideal. Zum Steg fahre ich wunderbar mittig auf dem Tonnenstrich durch die Felsen. Vor dem Steg ist eine Ausbuchtung zu einer größeren Insel, die davor liegt. Ich denke mir, schön im großen Bogen anfahren, dann hast du etwas mehr Zeit beim Boje erwischen. Also gut. Ich im Blick den Steg und meine Boje. Motor im Leerlauf, der Wind schiebt mich schnell genug. Hm. Aber dann: Was isn jetzt? Wieso kommt die Boje nicht näher? Das Ufer bewegt sich auch nicht mehr an mir vorbei. Nochmal Hm. Komisch. Wie in Zeitlupe denke ich nach, schaue dann auf das Lot: 1,2 m. Uuuuups. Also das ist definitiv zu flach für mich. Da muss ich jetzt wohl feststecken. Ja, genau so ist es. Suuuuuuuper! Schnell kontrollieren, ob der Motor tatsächlich im Leerlauf ist. Das Ruder ist frei, lässt sich bewegen, das ist nicht ganz schlecht. Aber ich muss ja jetzt hier wieder raus. Meine Boje wartet. Ich gebe rückwärts Gas. Das Boot rührt sich nicht, scheint sich hier wohlzufühlen. Ich schaue rüber zum Steg. Da sitzen alle und glotzen. Huhu…. 😉 Die wundern sich jetzt auch, warum ich nicht näher komme. Dann sehe ich, wie so ein Motorbootheini (sorry, aber das musste jetzt sein) mit so einem ultraflachen Speedboot, so ein Porsche auf dem Wasser, auf den Steg zufährt. Ich wedele wild mit den Armen. Er tut so, als ob er mich nicht sieht. Ich wedele wilder und rufe dazu. Jetzt schaut er rüber. Ich gebe ihm zu verstehen, dass ich festsitze, ob er mir helfen könne. Er guckt blöd. Ist sich unschlüssig, schaut an seinem Boot herunter ins Wasser, fragt sich, ob sein Boot das wohl schaffen könnte….neeee…er will jemandem am Steg Bescheid sagen. Aaaaah so. Ok. Du kannst mich mal…. Das dauert mir jetzt auch alles zu lange. Ich mache also noch einen Versuch mit dem Rückwärtsgang. Gebe jetzt mehr und dann viel mehr Gas. Das klappt! Ich komme frei! Puh. Jetzt kann ich mein Anlgemanöver weiter fahren. Erreiche die Boje, fädele den Haken ein. Nein, doch nicht. Fädele ihn nochmal ein. Nein, wieder nicht. Will ihn nochmal einfädeln, da ist die Boje außer Reichweite. Super, als hätte ich nicht schon genug Ärger gehabt. Also wieder zurück und neu anfahren. Jetzt hängt der Haken und vorne ist jemand, der dankenderweise meine Leine annimmt. Uff. Und zum Glück ist dem Boot nichts passiert.
Ich bin dann mit dem Hut rumgegangen: so kann man auch zu seinem Belohnungseis kommen; hat sogar für 5 Eis gereicht…

Fazit: 55 Seemeilen (49 unter Segel, 6 unter Motor)
Gesamt: 1668 sm


Kommentare

Über Mellanfjärden nach Hölick — 1 Kommentar

  1. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, einen Tag Verzögerung wegen Zeitzonenverschiebung auf großer Fahrt. So geht es gut, YES Mast und Schootbruch ! und handbreit Wasser unter dem Kiel.
    Dein Bruder Guido

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