Ich bin wieder zurück in Finnland. Helsinki!
Ich glaube, die Stadt ist super. Was ich bisher gesehen habe, begeistert mich.

Vorgestern bin ich von Tallinn zu einer kleinen Insel gesegelt: Prangli.
Prangli liegt noch in Estland und ist wirklich sehr klein. Ebenso die Hafeneinfahrt, die abenteuerlich war. Unblaublich viele Steine lagen rechts und links der zwei Ansteuerungstonnen herum. Nachdem ich draußen die Segel geborgen und alles zum Anlegen vobereitet hatte, warf ich noch kurz einen Blick ins Hafenhandbuch. Zur Ansteuerung stand dort: „Die Einfahrt ist gefährlich bei starkem Südost- bis Ostwind.“ Oh jee, hätte ich das besser früher gelesen?! Ich hatte Südost mit 5 bft und ordentlich Welle, die natürlich fast genau in die Einfahrt stand. Nix mit „immer alles schön von Lee“ ansteuern. Naja, jetzt musste ich da durch. Und da, kurz bevor ich reinfahren wollte, eine größere Yacht rausgefahren war, würde es schon schiefgehen. Es war aber wirklich extrem eng, das sah ich ganz genau erst, als ich die Tonnen 10m von mir entfernt hatte. Mit fast Vollgas bin ich rein, damit die Wellen mich nicht unkontrolliert gegen die Felsen hoben. Alles ging gut. Puh!
Der Hafen selbst ist winzig, aber man liegt sicher und ohne Schwell.
Und die Insel ist ein Kleinod. Wunderschöne Natur. Fast verwunschen wirkte alles, da der Regen noch in den Kiefern hing. Der sandige, mit Kiefernadeln bedeckte Waldboden duftete wunderbar.
Mir machte es nichts aus, dass ich hier noch einen Hafentag einlegen musste. Denn gestern war wegen des dichten Nebels nicht an ein rausfahren zu denken. Dazu kam am Mittag Regen und zusätzlich waren für die finnische Küste Gewitterwarnungen mit starken Böen gemeldet.

Prangli:

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Hafen in Prangli

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Die enge Hafeneinfahrt (von Land aus)

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vom Fischen lebt hier (leider) keiner mehr

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alte Fischerhäuser

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der Friedhof…

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eine Erdsauna (sie war sogar an!)

Heute morgen hatte die Sonne alle Wolken, Nebel, Regen und sonstiges himmlisches Ungemach wieder weggezaubert. Es war wieder warm und trocken. Herrlich.
Und dazu passender Westwind für die Überfahrt nach Helsinki.
Mit 5-6 kn ging es die ca. 30 sm zur finnischen Hauptstadt. Es war eine angenehme, geradezu entspannte Segelei. Wenig Welle. Die Zeit ging schnell vorbei.
Unterwegs konnte ich alle ca. 20-40 min. die Schnellfähren bestaunen (natürlich im sicheren Abstand von 1 sm), die mit 30-40 kn vorbeirauschten. Wahnsinn. Denen in die Quere kommen möchte ich nicht.

Ich liege jetzt hier in Helsinki an einer der vielen Schären, die der Stadt vorgelagert sind. Die Schäre heißt Suomenlinna und auf ihr ist eine der größten Seefestungen der Welt. Diese wird sogar auf der Unesco-Liste des Weltkulturerbes geführt.Mir gefällt es hier ausgesprochen gut. Ruhig und grün ist es. Mit der Fähre, die, genau wie ich das aus Hamburg kenne, wie ein Linienbus fährt, kann man leicht die Innenstadt erreichen. Ich denke, es ist ein idealer Ort, um die Stadt zu erkunden und trotzdem etwas ruhig und geschützt zu liegen.
Heute nachmittag habe ich mir Suomenlinna schon angesehen.
Es war wieder mal Bilderbuch-Postkartenwetter. Was habe ich für ein Glück!
Hier ein paar Eindrücke:

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Morgen geht es in die Stadt….

Fazit: 60 Seemeilen (56 unter Segel, 4 unter Motor)
Gesamt: 996 sm


Kommentare

Über Prangli nach Helsinki… — 1 Kommentar

  1. Das sieht sehr friedlich und idyllisch aus…es ist schon toll, was du alles siehst!…
    und schön, dass du wieder geschrieben hast…ich schau immer gleich 🙂
    übrigens hat deine Karte ihr Ziel erreicht :-)…
    liebe Grüße, die Deinen

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